Wenn eine Website keine Anfragen bringt, liegt das selten am Design. In einer eigenen Erhebung von 375 Websites von Handwerksbetrieben im Ruhrgebiet fehlte auf 225 Startseiten der Ortsname im Seitentitel, auf 192 war keine anklickbare Telefonnummer hinterlegt und auf 85 fehlte eine Überschrift, die das Angebot benennt. Das sind die beiden Stellen, an denen eine Anfrage überhaupt entsteht: gefunden werden, dann erreichbar sein.

Vor jeder Änderung steht deshalb eine Diagnose, und die dauert eine halbe Stunde. Dieser Artikel zeigt, wie Sie die beiden möglichen Ursachen auseinanderhalten, welche Defekte in der Praxis am häufigsten dahinterstecken und in welcher Reihenfolge Sie sie abarbeiten.
Zuerst trennen: zu wenig Besucher oder zu wenig Anfragen?
Hinter „keine Anfragen“ stecken zwei verschiedene Probleme, und sie verlangen entgegengesetzte Maßnahmen. Entweder kommt kaum jemand auf die Seite. Dann ist es ein Sichtbarkeitsproblem, und ein neues Design ändert daran nichts. Oder es kommen Besucher, die nicht anfragen. Dann liegt es an der Seite, und mehr Werbebudget verbrennt das Geld nur schneller.
Die Antwort steht kostenlos in der Google Search Console. Sehen Sie sich die letzten drei Monate an: Wie oft wurde Ihre Seite in den Suchergebnissen angezeigt, wie oft angeklickt, und zu welchen Suchbegriffen? Unter rund 30 Besuchern im Monat sagt eine Anfragequote ohnehin nichts, dafür sind die Zahlen zu klein. Dann ist die Sichtbarkeit das Thema und nicht der Kontakt-Button.
Sind es einige hundert Besucher im Monat und trotzdem keine Anfrage, kehrt sich die Sache um. Dann lohnt der Blick darauf, mit welcher Erwartung die Leute kommen: Wer nach „Bad sanieren Kosten“ sucht und auf einer Seite ohne jede Preisangabe landet, geht wieder. Die Seite ist deshalb nicht schlecht, sie beantwortet nur eine andere Frage.
Warum Google die Seite nicht als lokales Angebot liest
Der häufigste Defekt in unserer Erhebung ist zugleich der am schnellsten behobene: Auf 225 von 375 Startseiten kam der Ortsname im Seitentitel nicht vor. Der Titel ist die anklickbare Zeile im Suchergebnis. Google zieht sie nach eigener Dokumentation aus dem Titel-Element, der sichtbaren Hauptüberschrift und einigen weiteren Quellen und rät ausdrücklich von ungenauen Angaben wie „Startseite“ ab. Steht dort nur der Firmenname, konkurriert die Seite mit allen Betrieben des Landes statt mit denen in ihrer Stadt.
Ein brauchbarer Titel nennt Leistung und Ort, in dieser Reihenfolge und ohne Aufzählung: „Elektroinstallation in Bochum – Meisterbetrieb Muster“ reicht. Dasselbe gilt für die Hauptüberschrift: Auf 85 der geprüften Startseiten gab es keine H1, die Seite sagt einem Besucher in der ersten Sekunde also nicht, was es hier gibt. Auf 136 Seiten fehlte zusätzlich die Meta-Description, der Beschreibungstext unter dem Suchergebnis. Er ist kein Rankingfaktor, entscheidet aber mit darüber, ob jemand klickt.
Wie Sie darüber hinaus in der lokalen Suche und in der Karte auftauchen, steht in unserem Beitrag zu Local SEO für kleine Unternehmen. Die Reihenfolge bleibt dieselbe: erst der Titel, dann alles Weitere.
Quelle: Sitegenosse (2026): Websites im Handwerk im Ruhrgebiet, eigene Erhebung vom 31.07.–12.08.2026
Der Kontaktweg entscheidet, ob aus dem Besuch eine Anfrage wird
Auf 192 der 375 geprüften Startseiten stand die Telefonnummer nur als Text. Auf dem Smartphone heißt das: merken, wechseln, abtippen. Drei Schritte, an denen ein Teil der Interessenten aussteigt. Eine als Link hinterlegte Nummer startet den Anruf mit einer Berührung, technisch ist das eine Zeile HTML.
Dieselbe Prüfung gilt für den Rest des Kontaktwegs. Er muss auf jeder Unterseite erreichbar sein, nicht nur auf einer eigenen Kontaktseite, und er darf nicht mehr abfragen, als für eine Rückmeldung nötig ist. Jedes zusätzliche Pflichtfeld kostet Anfragen, ohne die Qualität der verbleibenden zu erhöhen.
Der wirksamste Zusatz ist dabei kein weiteres Feld, sondern ein Satz darüber, was nach dem Absenden passiert: wann Sie sich melden und was Sie dann brauchen. Das kostet nichts und nimmt die Unsicherheit, die viele Formulare unausgefüllt lässt.
- Telefonnummer als anklickbarer Link, sichtbar im Kopfbereich jeder Seite
- Formular mit höchstens vier Feldern – Name, Kontakt, Anliegen, Ort
- Ein Satz zur Rückmeldung: „Wir antworten werktags innerhalb von 24 Stunden.“
- Adresse und Einsatzgebiet im Fußbereich, damit Ort und Zuständigkeit klar sind
Was in den ersten Sekunden zu sehen sein muss
Ein Besucher entscheidet oben auf der Seite, ob er bleibt. Er sucht dabei drei Angaben: was Sie machen, für wen und wo. Fehlt eine davon, geht er zurück zur Suche, statt zu raten. Willkommensfloskeln und Firmengeschichte kosten genau den Platz, an den diese drei Angaben gehören.
Der zweite Punkt ist die Auswahl. Wer fünfzehn Leistungen gleichrangig auflistet, sagt dem Besucher: keine davon ist das Kerngeschäft. Nennen Sie die zwei bis drei zuerst, mit denen Sie tatsächlich Geld verdienen; der Rest gehört auf eine Unterseite.
Und schließlich der Beleg. Ein Satz wie „über 20 Jahre Erfahrung“ behauptet etwas, ein Foto einer eigenen Baustelle mit Ortsangabe zeigt es. Bilder aus dem eigenen Betrieb schlagen gekauftes Material schon deshalb, weil Besucher Stockfotos inzwischen erkennen.
Wenn die Seite verlassen wirkt
Eine Website kann fachlich richtig sein und trotzdem tot wirken. In der Erhebung stand auf 64 von 375 Startseiten eine Jahreszahl im Fußbereich, die zwei Jahre oder älter war – für den Besucher der erste Hinweis darauf, dass hier vielleicht niemand mehr arbeitet. Auf 34 Seiten fehlte ein verlinkter Datenschutzhinweis, auf 30 war das Impressum von der Startseite aus nicht erreichbar.
Dazu kommt die Technik, die man nicht sieht, aber merkt: Auf 33 Seiten fehlte die Einstellung für die mobile Darstellung, bei 40 dauerte allein das Ausliefern des HTML länger als zwei Sekunden. Wer auf dem Handy zoomen muss oder wartet, ist weg, bevor er den Kontaktbereich erreicht.
Ein Einwand kommt an dieser Stelle regelmäßig: Der Betrieb in der Nachbarschaft hat dieselben Mängel und ist trotzdem ausgelastet. Das stimmt oft, und meistens lebt er von Empfehlungen. Die Website ist dann nicht der Kanal, über den die Aufträge hereinkommen, aber sie ist die Stelle, an der jede Empfehlung nachgeprüft wird: Wer einen Namen genannt bekommt, sucht ihn, bevor er anruft.
Das sind Kleinigkeiten in der Umsetzung und keine Gründe für einen Neubau. Ob sich ein Relaunch lohnt oder ob Nachbessern reicht, hängt an anderen Fragen; die Rechnung dazu steht in unserem Beitrag zu den Kosten eines Website-Relaunches.
In welcher Reihenfolge Sie vorgehen
Arbeiten Sie die Punkte in der Reihenfolge ihrer Wirkung ab, nicht in der ihres Aufwands. Zuerst die Messung, dann die beiden Stellen mit dem größten Hebel, also Seitentitel und Kontaktweg. Inhalt und Optik kommen danach. Wer umgekehrt anfängt, hat nach drei Wochen eine schönere Seite und dieselbe Zahl an Anfragen.
Die technischen Punkte aus diesem Artikel können Sie selbst prüfen: Unser kostenloser Website-Check sieht sich Seitentitel, Überschriften, Kontaktweg und Ladezeit an und nennt die Befunde im Klartext. Die Erhebung, aus der die Zahlen oben stammen, steht mit Methode und Datensatz unter Websites im Handwerk.
Eine Probe dauert zehn Sekunden und braucht kein Werkzeug: Suchen Sie Ihre wichtigste Leistung zusammen mit Ihrem Ort und sehen Sie nach, welche Zeile Google für Ihre Seite anzeigt. Steht dort weder die Leistung noch der Ort, haben Sie den ersten Punkt Ihrer Liste. Bleibt es danach bei ausbleibenden Anfragen, geht es an die Sichtbarkeit; wie wir daran arbeiten, steht auf unserer Seite zu SEO und Conversion. Schicken Sie uns Ihre Adresse, wenn Sie die Befunde lieber gemeinsam durchgehen: Kontakt.
Die ersten drei Schritte
- MessenSearch Console öffnen: Impressionen, Klicks und Suchbegriffe der letzten 90 Tage.
- ZuordnenKaum Impressionen heißt Sichtbarkeit, Klicks ohne Anfrage heißt Seite.
- BehebenSeitentitel mit Ort, Telefonnummer als Link, Kontaktweg auf jede Seite.
Häufige Fragen
Korrekturen am Kontaktweg wirken sofort, sobald sie live sind, denn sie betreffen Besucher, die ohnehin schon da sind. Änderungen an Titeln und Inhalten muss Google erst neu bewerten; bis sich das in der Sichtbarkeit zeigt, vergehen in der Regel mehrere Wochen bis Monate.
Meistens nicht. Seitentitel, Überschriften, Telefonnummer und Kontaktformular lassen sich in jedem gängigen System ändern, ohne das Design anzufassen. Ein Neubau lohnt erst, wenn die Seite technisch veraltet ist, mobil nicht funktioniert oder sich Inhalte gar nicht pflegen lassen.
Ja. Die Search Console beantwortet die Frage nach der Sichtbarkeit, die technischen Grundlagen prüft unser kostenloser Website-Check. Was beide nicht beurteilen, ist der Inhalt: ob Ihr Angebot in den ersten Sekunden verständlich ist, sieht am besten jemand, der Ihre Branche nicht kennt.