Ob Sie eine Webagentur aus der Region oder einen überregionalen Anbieter beauftragen, entscheidet weniger als die Frage, wer die Seite in drei Jahren noch anfasst. Für eine Website, die einmal gebaut wird und danach so bleibt, spielt es kaum eine Rolle, ob der Anbieter zwei Straßen weiter oder 400 Kilometer entfernt sitzt. Geld kostet Sie am Ende eine Betreuung, die mit dem Livegang aufhört. Die Entfernung kostet nichts.

Wie oft eine Website danach liegen bleibt, lässt sich messen. Wir haben im Juli 2026 die hinterlegten Web-Adressen von 471 Handwerksbetrieben in Bochum, Essen, Lünen, Herne und Castrop-Rauxel abgerufen und auf prüfbare Merkmale untersucht. Das Ergebnis verschiebt die Frage von der Landkarte auf den Kalender.
Regional oder überregional: die kurze Antwort
Entscheiden Sie danach, was nach dem Livegang passieren soll. Brauchen Sie eine Seite, die Ihre Adresse, Ihr Angebot und einen Kontaktweg zeigt, und wollen Sie danach in Ruhe gelassen werden, ist ein überregionaler Festpreis-Anbieter eine vernünftige Wahl. Soll die Seite Anfragen bringen, muss regelmäßig jemand an Inhalte, Technik und Sichtbarkeit heran – dann brauchen Sie eine benannte Person, die über Jahre erreichbar bleibt.
| Ihre Lage | Passt eher | Warum |
|---|---|---|
| Einmalige Seite, danach Ruhe | Überregional, Festpreis | Fester Preis, schnelle Umsetzung, kein laufender Aufwand |
| Seite soll Anfragen bringen | Regionale Betreuung | Inhalte, Technik und Sichtbarkeit brauchen regelmäßige Arbeit |
| Festes Einzugsgebiet | Regionale Betreuung | Stadtteile und lokale Suchbegriffe muss jemand kennen |
| Bundesweites Angebot | Nach Fachgebiet wählen | Ohne lokalen Bezug zählt allein die Erfahrung im Thema |
Wie es um die Websites hier tatsächlich steht
Von 471 abgerufenen Adressen führten 68 ins Leere, also 14,4 %. Dahinter standen abgelaufene Domains, Fehlerseiten und 16 geparkte Adressen, auf denen heute fremde Werbung steht. Jede siebte Web-Adresse, die ein Betrieb offiziell hinterlegt hat, gibt es in dieser Form nicht mehr.
Bei den 403 erreichbaren Seiten setzt sich das Muster fort. 195 davon zeigen überhaupt ein Copyright-Jahr im Fuß; bei 66 steht dort 2024 oder früher, bei 17 sogar 2021 oder älter. Über die Hälfte hat keine antippbare Telefonnummer, obwohl der größte Teil der Besucher vom Handy kommt. Das sind keine Geschmacksfragen. Das sind Seiten, die seit dem Launch niemand mehr angefasst hat.
Was die Erhebung nicht sagt
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Die Adressen stammen aus offen zugänglichen Betriebsdaten und sind keine Zufallsstichprobe, und gemessen wurde nur, was der Server direkt ausliefert. Wichtiger ist die zweite: Wir können nicht sehen, wer diese Seiten gebaut hat. Die Zahlen sagen nichts darüber aus, ob dahinter ein regionaler oder ein überregionaler Anbieter stand.
Was sie zeigen, ist die Häufigkeit: Eine Website liegen zu lassen ist im Bestand der Normalfall, nicht die Ausnahme. Genau deshalb ist die Betreuung nach dem Livegang die Frage, die Sie vor der Beauftragung klären sollten – unabhängig davon, wen Sie beauftragen. Welche Rolle das gewählte Werkzeug dabei spielt, haben wir in Homepage-Baukasten oder Agentur getrennt untersucht.
Was ein überregionaler Anbieter gut kann
Überregionale Festpreis-Anbieter haben echte Stärken, und für einen Teil der Betriebe sind sie die richtige Wahl. Sie liefern schnell, der Preis steht vor dem Start fest, und weil dieselbe Struktur hundertfach gebaut wird, sitzt die Technik. Wer eine saubere, erreichbare Seite braucht und keine laufende Arbeit daran will, bekommt das dort verlässlich und günstig.
- Der Preis steht vor dem Start fest. Nachträge sind selten, weil der Umfang eng definiert ist.
- Die Umsetzung geht schnell, oft in zwei bis vier Wochen, weil die Struktur bereits steht.
- Technische Grundlagen wie Verschlüsselung, mobile Darstellung und Ladezeit sind eingebaut.
- Bei einem bundesweiten Angebot oder einer engen Nische fällt der Ortsvorteil ohnehin weg.
Wo Entfernung wirklich zählt – und wo nicht
Persönliche Termine vor Ort sind kein Argument. Abstimmung, Freigaben und Übergabe laufen per Bildschirmfreigabe, und ein Anbieter 300 Kilometer entfernt ist deshalb nicht schlechter erreichbar. Wer mit Nähe wirbt, verkauft Ihnen meist Termine, die Sie gar nicht wollen. Zwei andere Punkte hängen dagegen tatsächlich am Ort.
Der erste ist Marktkenntnis. Ob in Ihrem Seitentitel „Dachdecker Castrop-Rauxel" steht oder nur „Startseite", entscheidet mit darüber, wofür Google Ihre Seite überhaupt einsortiert: Der Titel ist die wichtigste Quelle für die Überschrift im Suchergebnis, auch wenn Google sie im Einzelfall selbst umschreibt. Wer weiß, dass Ihre Kunden nach Habinghorst oder Wanne-Eickel suchen und nicht nach dem Amtsbezirk, baut das ein. Wer die Region als Platzhalter in einer Vorlage kennt, nicht.
Der zweite ist die Frage, wer ans Telefon geht, wenn in zwei Jahren etwas klemmt. Eine benannte Person, die Ihr Projekt kennt, ist erreichbarer als ein Ticketsystem. Das hängt allerdings an Betriebsgröße und Zuständigkeit, nicht an der Entfernung. Fragen Sie also danach und nicht nach der Postleitzahl. Wie wir das für die Städte im Ruhrgebiet aufgestellt haben, steht auf unserer Übersicht der Standorte.
Quelle: Google Search Central: Titellinks in der Suche, 2026
Fünf Fragen, die den Anbietertyp verraten
Diese fünf Fragen kosten fünf Minuten und trennen zuverlässiger als jede Standortangabe. Stellen Sie sie vor der Unterschrift und lassen Sie sich die Antworten schriftlich geben.
- Wer ist meine Ansprechperson nach dem Livegang, und wie erreiche ich sie?
- Was kostet der Betrieb pro Jahr, und was ist darin enthalten: Updates, Sicherung, Erreichbarkeitskontrolle?
- Laufen Domain, Hosting und Zugänge auf meinen Namen?
- Wer schreibt die Texte, und wer trägt den Ortsbezug ein?
- Was passiert, wenn ich in zwei Jahren wechseln will: Bekomme ich Inhalte und Daten heraus?
Häufige Fragen
Nein. Abstimmung, Freigaben und Übergabe laufen digital, ein persönlicher Termin ist dafür nicht nötig. Ortsnähe hilft an zwei Stellen: bei der Kenntnis lokaler Suchbegriffe und Stadtteile und bei der Einschätzung Ihres Marktes. Beides prüfen Sie im Erstgespräch, indem Sie nach konkreten Beispielen aus Ihrer Region fragen.
Nichts, solange der Umfang darin steht. Riskant wird ein Festpreis ohne vorheriges Briefing: Dann ist unklar, wie viele Seiten, wie viele Entwurfsrunden und wessen Texte enthalten sind, und die Nachträge kommen später. Prüfen Sie außerdem, ob der laufende Betrieb nach dem Livegang beziffert ist. Ein Angebot, das mit dem Launch endet, nennt nicht den vollen Preis.
Das gehört vor der Beauftragung schriftlich geklärt. Domain und Hosting sollten auf Ihren Namen laufen, und Sie sollten Zugang zu Redaktionssystem und Inhalten haben. Sonst wird ein späterer Wechsel teuer. Wie oft eine Domain am Ende niemanden mehr hat, der sich kümmert, zeigt unsere Erhebung: 16 der hinterlegten Adressen waren geparkte Domains, auf denen heute fremde Werbung steht.
Fazit: Die Antwort hängt an Ihrem Zeithorizont
Unsere Empfehlung mit Bedingung: Soll Ihre Website erreichbar sein und sonst nichts, nehmen Sie das günstigste seriöse Angebot, egal woher, und tragen Sie die halbe Stunde Pflege pro Quartal selbst ein. Soll die Website Anfragen aus Ihrem Einzugsgebiet bringen, wählen Sie nach zwei Kriterien: einer benannten Ansprechperson und einem bezifferten Betriebsangebot. Ob diese Person im Nachbarort oder in Hamburg sitzt, ist danach zweitrangig. Dass es sie gibt, nicht.
Wir arbeiten aus Dortmund heraus für Betriebe im Ruhrgebiet und beziffern den Betrieb nach dem Livegang von Anfang an. Wie wir Websites planen und umsetzen, steht auf der Leistungsseite. Wenn Sie bereits ein Angebot vorliegen haben und wissen wollen, ob es die Punkte oben abdeckt: Schicken Sie es uns, wir sagen Ihnen ehrlich, was darin fehlt.