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In ChatGPT & Co. gefunden werden: Anleitung für Unternehmen

In ChatGPT gefunden werden: Wie Ihr Unternehmen zur genannten Quelle in KI-Antworten wird – vier konkrete Hebel und ein Selbsttest zum Nachmachen. Jetzt prüfen.

Smartphone im Ständer auf einem Holztisch zeigt einen Chatverlauf mit einer KI-Antwort

In ChatGPT gefunden zu werden funktioniert anders als bei Google. Es gibt keine Position, um die Sie kämpfen, sondern nur eine Frage: Taucht Ihr Unternehmen in der Antwort als Quelle auf oder nicht? Entschieden wird das an vier Punkten – an Ihren Inhalten, Ihren strukturierten Daten, Ihren Erwähnungen an anderer Stelle im Netz und daran, ob die Crawler der KI-Anbieter Ihre Seite überhaupt lesen dürfen.

Die gute Nachricht für alle, die schon an ihrer Sichtbarkeit arbeiten: Drei dieser vier Punkte stehen ohnehin auf der Liste, wenn Sie sauberes SEO betreiben. Es kommt eine Ebene dazu, es beginnt nichts von vorn.

Was passiert, wenn jemand ChatGPT nach einem Handwerker fragt

Fragt jemand ChatGPT nach einem Dachdecker in Bochum, startet im Hintergrund eine Websuche. Das Modell liest die gefundenen Seiten, formuliert daraus eine Antwort und nennt dabei in der Regel ein bis fünf Quellen mit Link. Ihr Betrieb kann also nur erscheinen, wenn Ihre Seite zu dieser Frage überhaupt gefunden wird – und wenn der Text dort eine klare, entnehmbare Aussage enthält.

Der Unterschied zur Trefferliste ist grundlegend. Bei Google konkurrieren Sie um eine Position und bekommen auch auf Platz sechs noch Klicks. In einer KI-Antwort gibt es kein Platz sechs: Entweder Sie stehen in den genannten Quellen, oder der Fragende erfährt nichts von Ihnen. Dafür ist die Antwort deutlich schmaler besetzt als eine Seite mit zehn Treffern und einem halben Dutzend Anzeigen.

Google-SucheKI-Antwort
Ergebnis10 Treffer zur AuswahlEine Antwort mit meist ein bis fünf genannten Quellen
PositionPlatz 1 bis 10, messbarGibt es nicht – genannt oder nicht genannt
StabilitätÜber Wochen vergleichbarÄndert sich mit jeder Formulierung der Frage
BesuchNutzer wählt selbst ausNur wer in der Antwort steht, wird überhaupt angeklickt

Gemini, Perplexity und Claude arbeiten anders als ChatGPT

Die großen KI-Systeme greifen auf unterschiedliche Quellen zu – deshalb kann Ihr Unternehmen in einem auftauchen und im nächsten fehlen. Googles KI-Übersichten stammen aus dem normalen Google-Index, hier zählt Ihr klassisches Ranking unmittelbar. ChatGPT, Perplexity und Claude betreiben jeweils eigene Crawler und eigene Suchwege, sie müssen Ihre Seite also separat erfassen können.

Praktisch heißt das: Ihre robots.txt entscheidet mit darüber, in welchen Systemen Sie überhaupt vorkommen können. Wer dort pauschal alles blockt, was nach KI aussieht, sperrt sich nicht nur aus dem Training aus, sondern auch aus den Antworten – zwei verschiedene Dinge, die über verschiedene Crawler laufen. Wer umgekehrt gar nichts prüft, weiß schlicht nicht, welche Tür offen steht.

  • ChatGPT: OAI-SearchBot für die Suche, GPTBot für das Training – die Freigabe lässt sich getrennt steuern.
  • Google-Übersichten: normaler Googlebot, keine gesonderte Freigabe nötig; Google-Extended betrifft nur Gemini-Anwendungen.
  • Perplexity: PerplexityBot – eigener Index, unabhängig von Google.
  • Claude: ClaudeBot beziehungsweise Claude-SearchBot.

Klassisches SEO bleibt die Grundlage

Wer bei Google zu einem Thema gut gefunden wird, hat den größten Teil der Arbeit für KI-Antworten bereits erledigt. Googles KI-Übersichten bedienen sich aus demselben Suchindex, und Google nennt in seiner Dokumentation zu KI-Funktionen ausdrücklich keine gesonderte Optimierung, sondern verweist auf die bekannten Empfehlungen: hilfreiche Inhalte, technisch erreichbare Seiten, sinnvolle Struktur.

Für die Praxis ist das eine Entlastung. Sie brauchen keine zweite Strategie und kein Spezialwerkzeug, sondern eine Website, die Fragen beantwortet statt sich zu beschreiben. Wie das im Zusammenspiel mit Rankings und Anfragen aussieht, zeigen wir auf unserer Seite zu Sichtbarkeit und Conversion.

Quelle: Google Search Central: KI-Funktionen und Ihre Website

Vier Hebel, damit Ihr Unternehmen genannt wird

Aus unseren Kundenprojekten hat sich eine klare Reihenfolge herausgeschält: Zuerst die Inhalte, dann die Technik, dann die Erwähnungen außerhalb der eigenen Seite. Wer in dieser Reihenfolge arbeitet, sieht die ersten Nennungen meist bei den spitzen, konkreten Fragen – nicht bei den großen Begriffen.

  • Antwort zuerst: Jeder Abschnitt beginnt mit der Antwort in zwei bis vier Sätzen, die Begründung folgt danach. Genau solche Passagen werden übernommen.
  • Strukturierte Daten: Schema-Markup für Unternehmen, Leistungen und häufige Fragen. Damit muss keine Maschine erraten, was Sie anbieten und wo Sie sitzen.
  • Erwähnungen an anderer Stelle: Unternehmensprofil, Branchenverzeichnisse, lokale Portale – überall mit identischen Angaben. KI-Systeme nennen bevorzugt, was mehrere Quellen bestätigen.
  • Technische Erreichbarkeit: Crawler nicht aussperren, Inhalte direkt im HTML ausliefern. Was erst JavaScript nachlädt, fehlt in vielen Antworten schlicht.

Was Sie diese Woche selbst erledigen können

Vier Aufgaben lassen sich ohne Agentur und ohne Budget erledigen, und sie decken den größten Teil der Grundlagen ab. Rechnen Sie mit zwei bis drei Stunden insgesamt.

  • robots.txt aufrufen (Ihre-Domain.de/robots.txt) und prüfen, ob dort KI-Crawler pauschal gesperrt sind. Häufig hat das ein Plugin gesetzt, ohne dass jemand davon weiß.
  • Google-Unternehmensprofil vollständig ausfüllen: Kategorien, Leistungen mit Beschreibung, Öffnungszeiten, Bilder. Es ist eine der meistgenutzten Quellen für lokale Fragen – mehr dazu in unserem Beitrag zu lokaler Sichtbarkeit.
  • Die zehn Fragen aufschreiben, die Kunden Ihnen am Telefon stellen, und sie auf der Website beantworten – in derselben Sprache, in der sie gestellt werden.
  • Firmenname, Adresse und Telefonnummer überall abgleichen: Website, Profil, Verzeichnisse. Abweichungen kosten Sie Eindeutigkeit.

So prüfen Sie, ob Sie genannt werden

Stellen Sie die Frage selbst – aber so, wie ein Kunde sie stellen würde, und in mehreren Varianten. Nutzen Sie dafür ein abgemeldetes Fenster oder einen frischen Chat ohne gespeicherte Erinnerungen, sonst antwortet Ihnen das System auf Basis dessen, was es über Sie weiß. Testen Sie drei bis fünf Formulierungen, nicht eine, denn die Antworten schwanken erheblich.

Zwei weitere Signale sind zuverlässiger als der Selbsttest: In Ihren Server-Logs sehen Sie, ob die KI-Crawler Ihre Seite tatsächlich abrufen. Und in Ihrer Statistik tauchen Besucher aus KI-Systemen als eigene Verweisquelle auf – meist unter chatgpt.com oder perplexity.ai. Wächst diese Zahl, funktioniert die Arbeit, ganz unabhängig davon, was ein einzelner Test gerade ausspuckt.

Häufige Fragen

Nein, Platzierungen gibt es dort nicht. KI-Systeme geben eine Antwort mit meist ein bis fünf Quellen aus, und diese Auswahl fällt je nach Formulierung der Frage unterschiedlich aus. Erreichbar ist, dass Ihr Unternehmen bei den für Sie wichtigen Fragen regelmäßig zu den genannten Quellen gehört. Wer feste Positionen verspricht, verkauft etwas, das es nicht gibt.

Wenn Sie in KI-Antworten vorkommen wollen, ja. Erfassung für Antworten und Nutzung für das Training laufen bei den meisten Anbietern über getrennte Crawler und lassen sich getrennt steuern – Sie können also Antworten zulassen und Training ausschließen. Prüfen Sie Ihre robots.txt: Häufig sperren Plugins solche Crawler pauschal, ohne dass es jemand bemerkt hat.

In der Regel nicht. Der größte Teil der Arbeit – Inhalte, die Fragen beantworten, strukturierte Daten, konsistente Unternehmensangaben – zahlt gleichzeitig auf klassische Rankings ein. Sinnvoll ist eher, die bestehende SEO-Arbeit um regelmäßige Kontrollen zu erweitern, ob Sie bei Ihren wichtigsten Fragen genannt werden.

Anders als bei Rankings gibt es keine saubere Kurve, weil Antworten schwanken. Als Orientierung: Technische Freigaben und Profilpflege wirken innerhalb weniger Wochen, neue Inhalte brauchen so lange, bis sie erfasst und mehrfach bestätigt sind – erfahrungsgemäß ein bis drei Monate. Verlässlicher als Einzeltests ist der Blick auf Verweisbesucher aus KI-Systemen in Ihrer Statistik.

Fazit: eine Ebene mehr, kein neues Spiel

KI-Antworten ersetzen die Suchmaschine nicht, sie legen sich darüber. Wer bereits gefunden wird, muss vor allem dafür sorgen, dass seine Inhalte klare Antworten enthalten, technisch erreichbar sind und überall dieselben Angaben zeigen. Wer bisher gar nicht sichtbar ist, löst das Problem nicht mit einem KI-Werkzeug, sondern mit den Grundlagen.

Seien Sie skeptisch, wenn Ihnen jemand feste Platzierungen in ChatGPT verkaufen will – die gibt es nicht, und niemand kann sie garantieren. Realistisch ist etwas anderes: dass Sie bei den Fragen genannt werden, die Ihre Kunden tatsächlich stellen. Wenn Sie wissen möchten, wo Ihr Unternehmen dabei heute steht, schreiben Sie uns kurz – wir schauen es uns an und sagen Ihnen ehrlich, was sich lohnt.

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