SEO

In ChatGPT & Co. gefunden werden: Anleitung für Unternehmen

In ChatGPT gefunden zu werden funktioniert anders als bei Google. Es gibt keine Position, um die Sie kämpfen, sondern nur zwei Zustände: Ihr Unternehmen steht in der Antwort, oder der Fragende erfährt nichts von Ihnen.

KI-generiertes Bild: Smartphone im Ständer auf einem Holztisch zeigt einen Chatverlauf mit einer KI-Antwort
KI-generiertes Bild · Eine KI-Antwort nennt ein bis fünf Quellen. Ein Platz sechs, der noch Klicks bringt, existiert hier nicht.

Das klingt nach einer neuen Disziplin, ist aber vor allem eine Verschärfung der alten. Wer heute zu seinen Themen gefunden wird, hat den größten Teil bereits getan. Es kommt eine Ebene dazu, es beginnt nichts von vorn. Wer bisher unsichtbar ist, löst das allerdings auch mit keinem KI-Werkzeug.

Was passiert, wenn jemand ChatGPT nach einem Handwerker fragt

Fragt jemand ChatGPT nach einem Dachdecker in Bochum, startet im Hintergrund eine Websuche. Das Modell liest die gefundenen Seiten, formuliert daraus eine Antwort und nennt dabei in der Regel ein bis fünf Quellen mit Link. Ihr Betrieb kann also nur erscheinen, wenn Ihre Seite zu dieser Frage überhaupt gefunden wird – und wenn der Text dort eine klare, entnehmbare Aussage enthält.

Der Unterschied zur Trefferliste ist grundlegend. Bei Google konkurrieren Sie um eine Position und bekommen auch auf Platz sechs noch Klicks. In einer KI-Antwort gibt es kein Platz sechs: Entweder Sie stehen in den genannten Quellen, oder der Fragende erfährt nichts von Ihnen. Dafür ist die Antwort deutlich schmaler besetzt als eine Seite mit zehn Treffern und einem halben Dutzend Anzeigen.

Google-SucheKI-Antwort
Ergebnis10 Treffer zur AuswahlEine Antwort mit meist ein bis fünf genannten Quellen
PositionPlatz 1 bis 10, messbarGibt es nicht: genannt oder nicht genannt
StabilitätÜber Wochen vergleichbarÄndert sich mit jeder Formulierung der Frage
BesuchNutzer wählt selbst ausNur wer in der Antwort steht, wird überhaupt angeklickt

Gemini, Perplexity und Claude arbeiten anders als ChatGPT

Die großen KI-Systeme greifen auf unterschiedliche Quellen zu, deshalb kann Ihr Unternehmen in einem auftauchen und im nächsten fehlen. Googles KI-Übersichten stammen aus dem normalen Index, hier zählt Ihr Ranking unmittelbar; ChatGPT, Perplexity und Claude betreiben eigene Crawler und müssen Ihre Seite separat erfassen können. Damit entscheidet Ihre robots.txt mit darüber, wo Sie überhaupt vorkommen können – und genau dort liegt der häufigste Fehler, weil Erfassung für Antworten und Nutzung fürs Training über getrennte Crawler laufen. Wer pauschal alles blockt, was nach KI aussieht, sperrt sich aus beidem aus.

  • ChatGPT: OAI-SearchBot für die Suche, GPTBot für das Training. Die Freigabe lässt sich getrennt steuern.
  • Google-Übersichten: normaler Googlebot, keine gesonderte Freigabe nötig; Google-Extended betrifft nur Gemini-Anwendungen.
  • Perplexity: PerplexityBot, eigener Index, unabhängig von Google.
  • Claude: ClaudeBot beziehungsweise Claude-SearchBot.

Klassisches SEO bleibt die Grundlage

Wer bei Google zu einem Thema gut gefunden wird, hat den größten Teil der Arbeit für KI-Antworten bereits erledigt. Googles KI-Übersichten bedienen sich aus demselben Suchindex, und Google nennt in seiner Dokumentation zu KI-Funktionen ausdrücklich keine gesonderte Optimierung, sondern verweist auf die bekannten Empfehlungen: hilfreiche Inhalte, technisch erreichbare Seiten, sinnvolle Struktur. Sie brauchen also keine zweite Strategie, sondern eine Website, die Fragen beantwortet, statt sich selbst zu beschreiben. Wie das mit Rankings und Anfragen zusammenspielt, zeigen wir auf unserer Seite zu Sichtbarkeit und Conversion.

Quelle: Google Search Central: KI-Funktionen und Ihre Website

Was Sie diese Woche selbst erledigen können

Aus unseren Kundenprojekten hat sich eine klare Reihenfolge herausgeschält: zuerst die Inhalte, dann die Technik, dann die Erwähnungen außerhalb der eigenen Seite. Die ersten Nennungen zeigen sich dabei fast immer bei den spitzen, konkreten Fragen, nicht bei den großen Begriffen, um die alle kämpfen.

Die folgenden vier Aufgaben erledigen Sie ohne Agentur und ohne Budget, rechnen Sie mit zwei bis drei Stunden insgesamt. Technische Hände braucht nur ein Punkt: strukturierte Daten, also Schema-Markup für Unternehmen, Leistungen und häufige Fragen, damit keine Maschine erraten muss, was Sie anbieten und wo Sie sitzen. Dasselbe gilt für Inhalte, die erst per JavaScript nachgeladen werden – was nicht direkt im HTML steht, fehlt in vielen Antworten schlicht.

Die Reihenfolge, die sich bewährt hat

  1. InhalteFragen beantworten, wie Kunden sie stellen.
  2. TechnikStrukturierte Daten und Crawler-Zugang sicherstellen.
  3. ErwähnungenProfil und Verzeichnisse mit identischen Angaben pflegen.
Umgekehrte Reihenfolge kostet Zeit: Ohne Inhalte hat die Technik nichts zu zeigen.
  • robots.txt aufrufen (Ihre-Domain.de/robots.txt) und prüfen, ob dort KI-Crawler pauschal gesperrt sind. Häufig hat das ein Plugin gesetzt, ohne dass jemand davon weiß.
  • Google-Unternehmensprofil vollständig ausfüllen: Kategorien, Leistungen mit Beschreibung, Öffnungszeiten, Bilder. Es ist eine der meistgenutzten Quellen für lokale Fragen. Mehr dazu in unserem Beitrag zu lokaler Sichtbarkeit.
  • Die zehn Fragen aufschreiben, die Kunden Ihnen am Telefon stellen, und sie auf der Website beantworten, in derselben Sprache, in der sie gestellt werden, und mit der Antwort im ersten Satz. Genau solche Passagen werden übernommen.
  • Firmenname, Adresse und Telefonnummer überall abgleichen: Website, Profil, Verzeichnisse. KI-Systeme nennen bevorzugt, was mehrere Quellen übereinstimmend bestätigen.

So prüfen Sie, ob Sie genannt werden

Stellen Sie die Frage selbst – aber so, wie ein Kunde sie stellen würde, und in mehreren Varianten. Nutzen Sie dafür ein abgemeldetes Fenster oder einen frischen Chat ohne gespeicherte Erinnerungen, sonst antwortet Ihnen das System auf Basis dessen, was es über Sie weiß. Testen Sie drei bis fünf Formulierungen, nicht eine, denn die Antworten schwanken erheblich.

Zwei weitere Signale sind zuverlässiger als der Selbsttest: In Ihren Server-Logs sehen Sie, ob die KI-Crawler Ihre Seite tatsächlich abrufen (so sah das bei uns aus). Und in Ihrer Statistik tauchen Besucher aus KI-Systemen als eigene Verweisquelle auf – meist unter chatgpt.com oder perplexity.ai. Wächst diese Zahl, funktioniert die Arbeit, ganz unabhängig davon, was ein einzelner Test gerade ausspuckt.

Häufige Fragen

Nein, Platzierungen gibt es dort nicht. KI-Systeme geben eine Antwort mit meist ein bis fünf Quellen aus, und diese Auswahl fällt je nach Formulierung der Frage unterschiedlich aus. Erreichbar ist, dass Ihr Unternehmen bei den für Sie wichtigen Fragen regelmäßig zu den genannten Quellen gehört. Wer feste Positionen verspricht, verkauft etwas, das es nicht gibt.

Wenn Sie in KI-Antworten vorkommen wollen, ja. Erfassung für Antworten und Nutzung für das Training laufen bei den meisten Anbietern über getrennte Crawler und lassen sich getrennt steuern. Sie können also Antworten zulassen und Training ausschließen. Prüfen Sie Ihre robots.txt: Häufig sperren Plugins solche Crawler pauschal, ohne dass es jemand bemerkt hat.

In der Regel nicht. Der größte Teil der Arbeit (Inhalte, die Fragen beantworten, strukturierte Daten, konsistente Unternehmensangaben) zahlt gleichzeitig auf klassische Rankings ein. Sinnvoll ist eher, die bestehende SEO-Arbeit um regelmäßige Kontrollen zu erweitern, ob Sie bei Ihren wichtigsten Fragen genannt werden.

Anders als bei Rankings gibt es keine saubere Kurve, weil Antworten schwanken. Als Orientierung: Technische Freigaben und Profilpflege wirken innerhalb weniger Wochen, neue Inhalte brauchen so lange, bis sie erfasst und mehrfach bestätigt sind – erfahrungsgemäß ein bis drei Monate. Verlässlicher als Einzeltests ist der Blick auf Verweisbesucher aus KI-Systemen in Ihrer Statistik.

Fazit: eine Ebene mehr, kein neues Spiel

Seien Sie skeptisch, wenn Ihnen jemand feste Platzierungen in ChatGPT verkaufen will – die gibt es nicht, und niemand kann sie garantieren. Realistisch ist etwas anderes: dass Sie bei den Fragen genannt werden, die Ihre Kunden tatsächlich stellen. Den ersten Test dazu machen Sie heute selbst, in drei Formulierungen und einem frischen Chat. Was dabei offen bleibt, klären wir mit Ihnen.

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